Die ersten Luftaufnahmen
Auch wenn viele mich für einen Draufgänger halten mögen, ich gehöre eindeutig eher in die Kategorie der Angsthasen. Ich hab 4 Fluege gebraucht bis ich mich getraut habe meine Kammera mit zu nehmen und 6 bis ich sie zum ersten mal ausgepackt habe. Inzwischen habe ich mich an meinen neuen Schirm gewöhnt und denke, dass ich damit fast genauso gefahrlos arbeiten kann wie mit meinem geliebten NOVA CARBON S.
Vielleicht kann ich an dieser stelle mal etwas über den Schirm schreiben. Die IBEX Serie von NOVA besteht aus einem 15, einem 17 und einem 19 Quadratmeter Schirm. Durch ein abgespecktes Innenleben und ein superleichtes Untersegel bringt mein Ibex 17 nur 3,4 Kilo Auf die Wage und lässt sich auf 14 Liter Volumen Packen. Im gegensatz zu anderen Bergsteigerschirmen soll sich der IBEX jedoch durchaus als Alltagsflügel eignen, da alle Stellen die stark beansprucht werden auch entsprechend ausgelegt sind. Diese Eigenschafften machen den Schirm für mich zum perfekten Reisebegleiter.
Durch das geringe Gewicht lässt sich der Schirm auch ohne Wind leicht aufziehen. Das Startverhalten empfinde ich als sehr angenehm.
Erstmal in der Luft hat man natuerlich etwas weniger Fläche über sich als die meisten Piloten gewöhnt sein werden. Mit meinem Abfluggewicht von knapp 80 kg reicht mir der IBEX 17 um mich mit anderen Schirmen in der Luft halten zu können. Der Trimspeed ist jedoch relativ flott, so das man sich beim Thermikfliegen etwas umgewöhnen muss; macht aber sehr viel Spass das ganze. Das Handling ist irgenwie lustig. Es ist schon recht direkt und dynamisch, aber nicht so wie man es sonst von Hochleistern gwöhnt ist. Hat irgendwie alles etwas unbeschwertes an sich.
Klapper hatte ich bisher nicht einen und das bei Steigwerten von 6 m/s. Der Schirm möchte aber meines erachtens aktiv geflogen werden und gehört mit 80 kg belastet nicht in Anfängerhände. Durch das recht zahme Profil ist der Schirm jedoch leicht zu kontrollieren. Ausserdem kann man ihn kaum abreissen, so das man mit dem IBEX im vergleich zu anderen 2-3er Schirmen sehr sicher unterwegs ist.
Zusammenfasssend kann man sagen der Schirm ist einfach cool. Zwar ist das Ding hässlich wie die Nacht, aber die verwendeten Materalien, die hauchdünnen Leinen und das winzige Packmass bei annehmbarer Flugleistung zeigen den Weg zu einer neuen Art der Gleitschirmfliegerrei auf. Meine ganze Ausrüstung kann ich in einen 40l Wanderrucksack stopfen, und während sich meine Kollegen mit ihren 20 Kilo Monstersäcken abschleppen, kann ich gemütlich mit 10 kg nebenher laufen.
Blick auf dem Startplatz “Los Patos”
Keine Streckung, wenig elegant und das Design gefällt auch nicht jedem. Trotzdem ein toller Schirm
Über der Bergkette von Atapeque
Mein Equipment auf einem der vielleicht schönsten Landeplätze der Welt
Lange kann ich meinen Schirm natuerlich nicht so liegen lassen
Rucksack mit Schirm, Gurtzeug, Helm, Camera und Pullover